
Mitgliederversammlung der Interessengemeinschaft Inselrhein am Donnerstag (25.03.) im Motorjachtclub Bingen e.V. (MYC): Anwesend Vertreter von Landes- und Bundessportverbänden, Wassersport- und anderen Vereinen, einer Schule und Anliegern. Zentrales Thema: Die kurzfristig geforderte Stellungnahme einer Referentin im Bundesministerium für Digitales und Verkehr zu einem Befahrenskonzept für die Fulder-/Ilmen-Aue. Nebenthema: Die Vereinsgründung.
Der Ärger war groß: „Mangelndes Demokratieverständnis“, „absolute Frechheit“, „skandalös“, „ein Unding, wie hier vorgegangen wird“ … lauteten die Kommentare bei der Mitgliederversammlung der Interessengemeinschaft Inselrhein, als die Initiatorin und Moderatorin der Interessengemeinschaft, Birgit Fluhrer, die aktuelle Lage schilderte. Mit einer Frist von nur vier Wochen sollten Verbände Stellungnahmen beim Bundesministerium für Digitales und Verkehr abgeben zu einem Befahrensentwurf der Fulder-/Ilmen-Aue, den die Interessengemeinschaft Inselrhein bereits früher vehement abgelehnt hatte. Den Entwurf hatte die SGD Süd hinterlassen, als sie sich wegen Nichtzuständigkeit selbst aus dem Verfahren genommen hatte.
Eine kleine Arbeitsgruppe der Interessengruppe hatte bereits eine umfangreiche Vorlage für diese Stellungnahme erarbeitet, nun kamen weitere Argumente hinzu. Ausschlaggebend für die Ablehnung des Ministeriums-Entwurfs ist, dass das Training von Wassersportlern in der vom Ministerium angebotene Wasserfläche gar nicht durchzuführen ist. Ein Alibi-Vorschlag also. Mit weiteren Argumenten zerpflückt wurde auch die dem Ministeriums-Entwurf zugrunde liegende vogelkundliche Betrachtung. Der Nachweis, dass brütende oder rastende Vögel in diesem Gebiet von Booten gestört würden, sei nicht erbracht worden. So sei beispielsweise überhaupt nicht untersucht worden, inwieweit invasive Vogelarten, Schwarzwild, Füchse und Waschbären die Störung oder den Rückgang früher hier möglicherweise häufiger brütender oder rastender Vögel verursacht hätten. Darüberhinaus sei vogelkundliche Betrachtung methodisch mangelhaft.


Die Interessengemeinschaft Inselrhein hat inzwischen starke Unterstützer. Birgit Fluhrer: „Verbände sind bereits hoch aktiv auf Bundesebene. Alle haben unsere Stellungnahme erhalten, für gut befunden und schließen sich unserer Stellungnahme an (die nun noch erweitert wird – Anm. der Redaktion). Mit dem Wassersportverein Lorch e.V. ist nun ein Wassersport-Verein auch aus dem oberen Mittelrheintal dazu gekommen und mit den Landesfischereiverbänden Hessen und Rheinland-Pfalz weitere Organisationen außerhalb des Wassersports. Birgit Fluhrer forderte alle auf, die Stellungnahme der Interessengemeinschaft zu unterstützen oder eine eigene abzugeben und Politiker für die Ziele der Interessengruppe Inselrhein zu gewinnen.

Am Ende der Veranstaltung wurde die Frage gestellt, ob die Interessengemeinschaft Inselrhein – bisher ein Zusammenschluss Engagierter ohne eigene Rechtsform – einen Verein gründen sollte. Fast alle Hände gingen zustimmend nach oben.