Als „beeindruckend“ wertet Tobias Völker die Zahl von rund 2500 Menschen, die bis Mittwoch (25.03.) seine „Petition für ein natürliches Miteinander von Menschen und Natur – gegen die Ausgrenzung des Menschen im Naturschutzgebiet „Fulder – Aue / Ilmen – Aue“ unterzeichnet haben. Allein in der letzten Woche kamen 100 hinzu.
Beeindruckend deshalb – so Völker – weil es sich um ein eher kleines Gebiet mit regionale Bedeutung handelt. In den vergangenen Tagen habe es noch einmal einen neuen Schub an Unterschriften gegeben. Vielleicht auch deshalb, weil Völker mit originellen und witzigen Videoclips auch in den sozialen Medien für sein Anliegen wibt.
Völker, ein Anlieger, wehrt sich mit der Petition gegen ein Befahrenskonzept für die Fulder-/Ilmen-Aue von der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD) im vergangenen Dezember, das den seit Jahren ausgeübten Wassersport in diesem Gebiet nahezu unmöglich machen würde. Trotz Nutzungs-Umfragen und Gegenvorschlägen der Interessengemeinschaft Inselrhein und anderer wurde nach dem Ausscheiden der SGD exakt diese heftig kritisierte Vorlage nun vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr erneut präsentiert und dazu Stellungnahmen von Anliegern und Nutzern eingefordert. Dabei ist die Frist für eine Stellungnahme so kurz gehalten, dass die ehrenamtlich arbeitenden Vereine keinerlei Chance haben, etwa Gegengutachten gegen das als völlig irrelevant bezeichnete Konzept des SGD-Vorschlags zu erstellen.
Tobias Völker ist sauer. „Eine absolute Frechheit“, sagt er zu diesem Vorgehen. Dabei setzt er sich nicht nur für die künftig möglicherweise verhinderten Wassersportler ein, sondern für alle Menschen, die in diesem Gebiet Erholung in der Natur suchen. Soweit er es aus Gesprächen und anderen Hinweisen beurteilen kann, haben sich vor allem Bürger aus Bingen und dem Umland an der Petition beteiligt.
Er will nun die weitere Entwicklung des Streits um die Fulder-/Ilmen-Aue beobachten und steht bereit, seine Petition in der Kommune und im Landtag einzureichen.
Aus dem Text der Petition:
„Wir, die Unterzeichner dieser Petition, sprechen uns entschieden gegen die erneute Inkraftsetzung der Schutzanordnung zum Schutz der Brut-, Zug- und Rastvogelarten im Naturschutzgebiet „Fulder-Aue / Ilmen-Aue“ aus. Diese Verordnung entzieht uns nicht nur einen wichtigen Teil unseres Naherholungsgebiets, sondern greift unverhältnismäßig in die Interessen aller ein, die sich gerne in der Natur entlang des Rheins zwischen Bingen-Kempten und Ingelheim aufhalten.
Wir fordern die zuständigen Behörden auf, diese Verordnung nicht erneut in Kraft zu setzen und stattdessen einen Ansatz zu verfolgen, der sowohl den Naturschutz als auch die Interessen der Menschen berücksichtigt. Ein Leben im Einklang mit der Natur ist möglich und notwendig …“